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Was Gotthelf über Röthenbach schrieb...
Jeremias Gotthelf schrieb von Röthenbach...
"Ein schmales, aber liebliches Tälchen hat der Rötenbach sich ausgegraben. Schöne
Heimwesen, Sägen, Mühlen liegen im schönen Talgrunde, doch auch ärmliche Häuschen,
deren Bewohner aber dort an der Sonne behaglicher leben als viele Palastbewohner an
der Schattseite. Das Tälchen scheint so friedlich, dass weder Menschen noch Natur hier
den Frieden stören, dass man Unfrieden, Aufruhr hier nur träumen zu können scheint."
Ausschnitt aus "Die Wassernot im Emmental"
Die Kühe in der Riedmatt hatten am Morgen ihre Meisterleute ungern gehen sehen an die
Kindstaufe in der Grabenmatt, hatten ihre Häupter bedenklich ihnen nachgeschüttelt; als nun
der Donner brüllte und die Wasser brausten, da retteten sie sich in eine Hütte und schauten
von da wehmütig übers Wasser nach der Grabenmatt, ob der Meister nicht kommen wolle ihnen
zu Rat und Hülfe. Als die Wasser die Hütte zerstießen, da riefen sie gar wehlich nach dem
Meister, und vom Wasser fortgerissen, wandten sie ihre stattlichen Häupter immer noch dem
erwarteten Meister entgegen, doch umsonst. Es wußtens die Kühe, wie tief ihr Elend dem
Meister ins Herz schnitt, der eine der geretteten, aber schwer verletzten Kühe nicht zu
schlachten vermochte, weil sie ihm zu lieb war.
Während in der Weid die Kühe verlorengingen, stunden im Hause die zurückgebliebene Magd und
ein Knabe Todesnot aus. Auf den Brückstock hatten sie sich gerettet und der Knabe das
Fragenbuch, in dem er in der Stube gelernt hatte, mitgenommen. Auf dem Brückstock lernte
derselbe nun fort und fort in Todesangst und Todesschweiß, bis die Not vorüber war, im
Fragenbuch. Das war ein heißes Lernen! Der Knabe nennt es Beten - und wird dasselbe
ebensowenig vergessen als der Köhler seine alten Schuhe mit den neuen Absätzen.
Die tiefe Furt wurde dem Bach zu enge immer mehr; er riß die Ufer immer weiter auseinander
zur Rechten und zur Linken, stieg hoch hinauf zu beiden Seiten, warf schwere Steine in hohe
Matten, bespülte den Fuß des höher gelegenen Dorfes Röthenbach, und gewaltige Tannen
bäumten hoch sich auf, den Menschen, die sie nicht erreichen konnten, wenigstens zu drohen.
Unterhalb dem Dorfe zerriß er die dortige Sägemühle und stürzte sich nun das liebliche
Tälchen hinab.
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